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Resteessen Sonntagmorgenfrühstück. Während ich meinem Hobby nachging und im Schwimmbad meine Runden drehte, haben Ehemann und Sohn liebevoll den Frühstückstisch gedeckt. Ist das nicht süß? Blumen stehen auf dem Tisch, frischer Kaffee, Brötchen sind aufgebacken und duften verführerisch. Eier sind gekocht und stehen in den "Hahn-und-Henne-Eierbechern" parat. Aufschnitt und Käse sind nicht in zwar formschönen aber doch irgendwie unprofessionell aussehenden Plastikbehältern auf dem Tisch platziert, sondern adrett ebenfalls auf "Hahn-und-Henne-Tellern" angerichtet. Toll. Doch was ist das? Etwas stört das sonst so perfekte Arrangement: Auf dem Wurstteller liegen ein paar unansehnliche winzige Zipfel und eine Scheibe Mortadella, die die Fittiche nach oben streckt. Und auf der Käseplatte gibt es eine ungefähr dreieinhalb Quadratzentimeter große Scheibe, die auch schon mal bessere Tage gesehen hat. Fünf Gläser mit Marmelade stehen auf dem Tisch, doch in zweien ist so wenig drin, dass nicht einmal der Boden bedeckt ist. Genau die gleichen Gläser fristeten auch schon am vergangenen Sonntag ihr trostloses Dasein auf unserem Frühstückstisch. Die Rede ist von unseren hauseigenen Resten, die zu essen ich mich seit einiger Zeit mehr oder weniger erfolgreich weigere. Ich verstehe die Philosophie nicht, was in meinen beiden vor sich geht. Wieso kann man nicht die eine Sorte aufessen, bevor man die neue Packung Käse anbricht? Reste haben irgend etwas an sich, was, so scheint es sich in ihren Köpfen festgesetzt zu haben, an sich nicht in Ordnung ist. Aber weil es eine Sünde ist, Essen wegzuwerfen, muss einer sich schließlich erbarmen. Sie haben es schon erraten: Mama. Musste, wohlgemerkt. Leider geht es nicht nur um Reste von Marmelade, Wurst oder Käse. Wenn ein gekochtes Abendessen auch nur im Geringsten den Anschein hat, dass ganz versteckt die Möglichkeit besteht, ich wollte ihnen auf diesem Wege Reste vom Vortag unterjubeln, wird nur mit Widerworten gegessen. Was um alles in der Welt ist so schlimm an Resten? Auch wenn über die berühmte Zahnpastatube schon mehr als genug geschrieben wurde: Wer quetscht wohl tagelang den letzten Fitzel Creme aus der Tube? Genau! Jetzt ist es aber genug, ich habe die Nase voll. Ich will und werde nicht mehr der hauseigene Resteverzehrer sein! Wir haben uns jetzt einen Hund zugelegt (das klappt prima, nur Zahnpasta mag er leider nicht).
Aus: Augenblick mal... www.libri.de www.bod.de www.bol.de www.buecher.de Weitere Leseproben auf meiner persönlichen Homepage www.ritali.de Mein E-Mailadresse: ritali@t-online.de
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